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Total Cost of Ownership

Die Total Cost of Ownership (kurz TCO) ist ein Abrechnungsverfahren, um alle anfallenden Kosten bei Investitionen im Voraus zu identifizieren und einen besonderen Blick auf den Wert der Kostentreiber und versteckte Kosten zu werfen.

Das Ziel der TCO ist die Auffindung aller Kosten in Verbindung mit einer Investition, sozusagen von der Ersteinrichtung bis zur Entsorgung.

Die wichtigste Grundlage für das weitere Verständnis der Total Cost of Ownership-Berechnung ist die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Kosten.

Total Cost of Ownership – Aufbau, Funktion und Berechnung

Die Total Cost of Ownership kennt, im Gegensatz zu anderen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, bisher keine Lehrmeinungen und ist nicht standardisiert. Im Folgenden wird eine grobe Darstellung der zu berücksichtigenden Faktoren aufgezeigt.

Es werden zwei Arten von Kosten unterschieden: direkte und indirekte Kosten.

Erstere sind im betriebswirtschaftlichen Sinne budgetierbar und haben dadurch einen nachweisbaren Effekt auf den Erfolg des Unternehmens. Sie beinhalten neben den Anschaffungskosten und regelmäßigen Materialkosten beispielsweise Aufwendungen für vertraglich festgelegte Wartungsarbeiten, Verwaltungsarbeiten durch Administratoren, Trainingsmaßnahmen und mehr.

Indirekte Kosten wirken sich dagegen nicht direkt auf den Unternehmenserfolg aus und entstehen meist durch die Nutzung außerhalb des produktiven Einsatzes. Sie sind entsprechend schwer zu beziffern. Die Zuverlässigkeit der Lieferanten, individuelle Lernzeiten bis zum bestmöglichen Umgang mit den Funktionen des neuen Druckers, die damit verbundene Hilfestellung anderer Mitarbeiter für unerfahrene Angestellte oder Ausfallzeiten der neuen Systeme sind Beispiele für solche Kosten.

Vorteile und Nachteile der TCO-Berechnung

Die Vorteile einer Berechnung der TCO sind offenkundig: Die Kosten einer Investition werden detailliert und tief gehend berechnet, unterschiedliche Anbieter sind direkt miteinander vergleichbar. Demgegenüber bestehen einige Kritikpunkte.

Das TCO-Modell stellt keine grundlegende Methodik zur Kalkulation indirekter Kosten zur Verfügung, wodurch deren Einschätzung komplex und fehleranfällig ist. Außerdem werden anteilige Kosten der Unternehmensinfrastruktur, beispielsweise Stromkosten, nicht oder in zu geringem Umfang betrachtet.

Abschließend gibt eine Aufstellung der TCO keinen zuverlässigen Aufschluss darüber, wie eine diesbezügliche Verbesserung, hauptsächlich im Bereich der indirekten Kosten, einen Effekt auf den Unternehmenserfolg hat.

Total Cost of Ownership – Unterschied zum Life Cycle Costing

Im Gegensatz zur TCO-Berechnung weist das Life Cycle Costing den Transaktionskosten eine geringere Bedeutung dazu, einige Kriterien bleiben vollständig unbeachtet. So werden verschiedene Faktoren, beispielsweise die Zuverlässigkeit der Anbieter, nicht berücksichtigt, da deren Anteil an den Gesamtkosten verschwindend gering ausfällt.

Die TCO-Berechnung findet dementsprechend genau dann Anwendung, wenn die Transaktionskosten einen hohen Stellenwert haben, was zum Beispiel bei Dienstleistungen oder Hardwareerneuerungen zutrifft. Sie ist in diesem Zusammenhang häufig ein Maß zum Vergleich verschiedener Lieferanten.

Total Cost of Ownsership Beispiel aus der Datenbankentwicklung

Das nachfolgende Beispiel eines Wechsels der Datenbanktechnologie ist als stark vereinfacht zu verstehen. Direkte Kosten fallen jährlich in Form der Lizenzgebühr von 4.000 € und einem Verwaltungsaufwand von 8.000 €. Die Aushandlung der Konditionen wird auf 1.500 € betitelt und die einmalige Schulung der Entwickler auf 12.000 €.

Die Unternehmensführung kalkuliert zusätzlich 6.000 € als zusätzlichen Aufwand der Entwickler zur individuellen Einarbeitung und Kosten durch Ausfallzeiten von 18.000 €. Dementsprechend ergeben sich als Total Cost of Ownership bei einer Nutzungsdauer von 5 Jahren 97.500 €.

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Autor: Kristina
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