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Materialflusssysteme

Materialflusssysteme werden in der Produktions- und Güterwirtschaft eingesetzt. Ein solches System besteht aus zwei Komponenten.

Die erste Komponente ist physischer und technisch/mechanischer Natur. Das kann beispielsweise ein Förderband sein, auf dem die Güter transportiert werden. Die zweite Komponente ist informationstechnischer bzw. programmatischer Natur. Diese sorgt für die zugrunde liegende Logik, damit der Materialfluss in jedem Fall korrekt ausgeführt werden kann.

Es existieren vollautomatisierte, teilautomatisierte und sogar rein mechanische Materialflusssysteme. Bei Letzterem ist keine Software involviert. Die vollautomatischen Systeme funktionieren komplett ohne eingreifende Arbeiter.

Lediglich zur Überwachung und Wartung der Anlagen werden Arbeitskräfte benötigt. Bei den teilautomatisierten Anlagen werden Prozesse, die nicht von Maschinen übernommen werden können, von Arbeitern ausgeführt.

Aufbau und Funktion von Materialflusssystemen

Die physische Komponente gliedert sich in ein Sammel- und ein Beschickungssystem auf. Beide Systeme müssen durch eine Software gesteuert werden. Während das Sammelsystem für Bereitstellung, Fortbewegung und Entnahme der Güter zuständig ist, leistet das Beschickungssystem das Auffüllen dieser Güter am entsprechenden Bereitstellungsort.

Diese Mechanik wird logisch durch eine Software gesteuert. Jegliches Verhalten, jeder Ablauf, jeder Auslöser und jede erdenkliche Reaktion muss programmiert werden. Wenn alle Eventualitäten korrekt erfasst und programmiert wurden, arbeitet ein Materialflusssystem vollautomatisch und rund um die Uhr korrekt.

Es kann vorkommen, dass bestimmte Funktionen nicht logisch erfasst werden können (zum Beispiel nicht kategorisierbare Aktionen) oder die Mechanik der Maschinen eine bestimmte Arbeit nicht ausführen kann (zum Beispiel bei sehr leicht zerbrechlichen Gütern in der Bearbeitung). Hier wird die Programmierung der Steuerungslogik auf ein teilautomatisiertes Materialflusssystem ausgelegt.

Beispiel für einen Prozess mit einem Materialflusssystem

Ein Beispiel für einen stark automatisierten und gelungenen Materialfluss ist das Sortier- und Abfertigungszentrum des Deutschen Paketdienstes.

Hier werden alle Sendungen elektronisch erfasst, entsprechend ihrer Lieferregionen sortiert und an die erforderlichen Standorte weitergeleitet. Dabei durchlaufen die Pakete und Päckchen zahlreiche Prüfstationen und Förderbänder. Nicht zustellbare Sendungen werden in Sammelsystemen aufgefangen, in denen diese Sendungen dann noch einmal von Mitarbeitern geprüft werden.

Das Nachsendesystem ermöglicht sogar die automatische Umsortierung von Sendungen an den neuen Zustellort. Auch eine automatisierte Adresskorrektur ist vorhanden, deren Daten in einem elektronischen System dem jeweiligen Großversender zur Verfügung gestellt werden.

Selbstverständlich sind auch Online-Systeme an den Materialfluss angebunden. Sendungen werden nicht nur an Postfilialen und Packstationen abgegeben, sondern auch online zur Abholung avisiert.

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Autor: Thomas
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