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Life Cycle Costing

Das Life Cycle Costing-Modell (kurz: LCC) betrachtet die mit einer Investition in Verbindung stehenden Kosten über den gesamten Produktlebenszyklus und stellt dadurch eine Methode der Bewertung verschiedener Alternativen dar.

Durch die Investition getätigte Einnahmen vernachlässigt dieses Modell, es fokussiert sich auf die verursachten Ausgaben.

Die lebenszyklusorientierte Betrachtung der Gesamtkosten einer Anlage ist in der Betriebswirtschaftslehre beliebt.

Life Cycle Costing – Aufbau und Funktion

Das Vorgehen des Life Cycle Costing-Modells ist klar strukturiert und wird in verschiedenen Modellen im Detail spezifiziert, so zum Beispiel in den Normen DIN EN 60300-3-3:2004 oder VDI 2067:2012.

Die meisten Modelle orientieren sich an einem geradlinigen Rahmen: Die Wahl der möglichen Alternativen basiert im ersten Schritt auf einer Spezifikation der erforderlichen Funktionen bzw. Leistungen des Investitionsgutes. Auf dieser Basis werden die Alternativen identifiziert und aussortiert.

Anschließend werden die grundlegenden Daten, beispielsweise die durchschnittliche Länge des Produktlebenszyklus und die zukünftig anfallenden Zahlungsströme, zur präzisen Eingrenzung der maximalen Kosten betrachtet. Die verschiedenen Alternativen werden anhand der ermittelten Daten auf den Zeitpunkt der Anschaffung abgezinst und anschließend verglichen.

Zwei Perspektiven innerhalb des Life Cycle Costing-Modells

Diese Methodik kennt zwei Perspektiven. Die Kundenperspektive befasst sich mit den Kosten aus der Sicht des Abnehmers, der eine Anlage durch den Kauf von Investitionsgütern tätigt. Von Interesse sind beispielsweise die Beschaffungskosten, Mitarbeiterschulungen, Instandhaltungskosten und Entsorgungsaufwendungen.

Investitionsgüter produzierende Unternehmen orientieren sich im besten Fall an der Kundenperspektive und erweitern diese um wichtige Aspekte für die eigene Kalkulation. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Produktentwicklungskosten, Produktion und Logistik.

Vorteile und Nachteile des LCC-Modells

Das LCC-Modell gibt einen klaren Überblick bezüglich der anfallenden Kosten. Im Vergleich zu anderen Methoden der Kostenrechnung bietet dieses Modell den Vorteil Trade-Offs frühzeitig zu ermitteln. Alle ausgehenden Zahlungsströme werden auf den Anschaffungszeitpunkt abgezinst. Preislich unattraktiv wirkende, dennoch finanziell sinnvolle Alternativen genießen dadurch eine faire Behandlung.

Die angenommenen Größen zukünftiger Zahlungsströme basieren in der Regel auf Erfahrungswerten oder externer Beratung. Die Annahmen sind fehleranfällig und führen im schlimmsten Fall zu Liquiditätsengpässen im späteren Verlauf.

Life Cycle Costing Beispiel aus der Datenbankentwicklung

Ein Softwareunternehmen plant den Umstieg auf eine neue Entwicklungsumgebung, die alle drei verwendeten Programmiersprachen unterstützt.

Die jährlichen Lizenzgebühren belaufen sich auf insgesamt 7.800 € bei einem Einsatzzeitraum von drei Jahren und der Diskontierungssatz beträgt jährlich zwei Prozent verwendet. Für Schulungen fallen zum Zeitpunkt der Investition weitere 6.000 € an. Die maximalen Kosten für diese Investition soll bei 29.000 € liegen. Die Gesamtkosten belaufen sich entsprechend der LCC-Methode auf:

Abgezinste Gesamtkosten = 6.000 € + (7.800 € + 7.800 € / 1,02 + 7.800 € / 1,02^2) = 28944,18 €

Die Gesamtkosten sind im Budget, die Investition kann getätigt oder mit anderen Investitionsvorschläge verglichen werden.

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Autor: Kristina
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