Startseite » Datenbank Lexikon » ER-Diagramm

ER-Diagramm

Das Entity-Relationship-Diagramm (ER-Diagramm) bzw. Entity-Relationship-Modell (ERM) ist ein Datenmodell, das zur Modellierung von logischen Datenbankbeziehungen verwendet wird. Das ERD ist sehr weit verbreitet und wurde im Laufe der Zeit mehrmals ergänzt und überarbeitet.

Das ERD geht auf Peter Chen zurück, der erstmals eine sehr einfache, grafische Datenmodellierung zur Abbildung von Datenbeziehungen verwendet hat.

Der Vorteil des Modells ist seine einfache Übertragung in ein logisches relationales Datenbankmodell, das sogenannte Relationenmodell von Codd.

Neben dem Modell von Chen, hat sich später die ERD-Modellierung von Barker besonders in den Unternehmen durchgesetzt.

ERD-Modellierung nach Chen

Geschäftsobjekt / Entität

Ein Geschäftsobjekt ist ein Ausschnitt aus der realen Welt und wird in der Datenmodellierung als Entität bezeichnet. Sie wird im ERD als Rechtecke dargestellt.
ERD Objekt / ERD Entität

Attribute

Die zu speichernden Informationen bzw. die wichtigsten Eigenschaften werden als Kreise dargestellt und mit der dazugehörigen Entität verbunden.
ERD Attribut

Beziehungen

Eine Beziehung wird als Raute dargestellt. Sie beschreibt die Art und Weise wie zwei Entitäten miteinander in Verbindung stehen. Meist handelt es sich um eine Zugehörigkeit zu einer Aktion oder einem Sachverhalt. Diese werden als Informationen gesondert gespeichert. Beispielsweise wird der Sachverhalt, dass ein Mitarbeiter der an einem oder mehreren Projekten beteiligt ist, in einer „Mitarbeit“ Tabelle gespeichert.
ERD Beziehung
Entitäten besitzen unterschiedliche Kardinalitäten, also die Anzahl zuordenbarer Objekte einer anderen Entität. Es gibt die Ausprägungen 1:1 (eins zu eins), 1:N (eins zu mehreren) und N:M (mehrere zu mehreren).
ERD Diagramm für Projekte und Mitarbeiter

ERD-Modellierung nach Barker

Geschäftsobjekt / Entität

Die Darstellung von Entitäten entspricht der von Chen, siehe oben.

Hierarchien

Im Modell nach Barker können hierarchische Beziehungen zwischen Entitäten abgebildet werden. Hierbei wird der Supertyp als äußere Entität dargestellt, die abhängigen Subtypen befinden sich innerhalb davon.
ERD von Barker mit Hierarchien

Attribute

Im ERD nach Barker werden Attribute innerhalb der Entität aufgeführt. Dies ähnelt der Darstellung im Relationenmodell.
ERD nach Brker

Beziehungen

Die Kardinalität im ERD von Barker wird mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet. Der Kreis „o“ steht für 1 optional, der Doppelbalken „||“ kennzeichnet genau ein Objekt und die Krähenfüße stehen für mehrere Objekte. Dabei können die Beziehungen kombiniert werden.
ERD Barker Kardinalitäten

Einsatz von ER-Digrammen bei der Datenbankentwicklung

Entity-Realtionship-Diagramme spielen in der Datenbankentwicklung eine große Rolle. Ein ERD bildet die logischen Einheiten (Entitäten oder Geschäftsobjekte) grafisch ab. Dabei werden die Beziehungen der Objekte berücksichtigt. Es wird dazu verwendet, ein relationales Datenbankmodell zu erstellen.

Datenbankentwickler und Fachanwender können mit Hilfe des Modells ihre Vorstellung und Anforderung an die Datenverwaltung gleichermaßen überprüfen und nachvollziehen. Darüber hinaus bildet es eine Art Dokumentation, um einen Überblick über die gespeicherten Informationen zu erhalten.

Vorteile von Entity-Relationship-Diagrammen

ERDs zeichnen sich durch ihre einfache und intuitive Anwendung aus. Die Modellierung hin zu einem Relationenmodell erfolgt Schritt für Schritt und kann aus einem einfachen, groben Entwurf heraus entwickelt werden. Dabei weißt es wenige und einfache Regeln auf, die dazu beitragen, dass das Modell auch von „Laien“ verstanden werden kann.

Weiterführende Artikel

Autor: Mandy
3 Bewertungen 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
0