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Decision Support System

Ein Decision Support System (DSS), übersetzt Entscheidungsunterstützungssystem, ist ein computergestütztes Planungs- und Informationssystem, welches menschliche Entscheidungsträger mit erforderlichen Informationen versorgt. In der Regel sind dies operative oder strategische Informationen. Die relevanten Daten werden vom DSS ermittelt, entsprechend aufbereitet und übersichtlich zusammengestellt.

Zu den Funktionalitäten eines Decision Support Systeme gehören Filterfunktionen, Summen- und Durchschnittsberechnungen, Vergleiche, Szenarienerstellung, Prognosen und die Datenverknüpfung durch Optimierungsalgorithmen.

Das Konzept der Decision Support Systeme hat sich aus zwei Forschungsgebieten entwickelt. Das war zum Einen die theoretische Studie zur organisatorischen Entscheidungsfindung in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren, zum Anderen die praktische, technische Arbeit im Rahmen der sich entwickelnden Technologien in den 1960er Jahren.

Die Entscheidungsfindung mit Hilfe von Decision Support Systemen wurde in den 1970er Jahren zu einem eigenen Forschungsgebiet. 1987 entwickelte die Firma „Texas Instruments“ das sogenannte „Gate Assignment Display System (GADS)“ für United Airlines. Dieses, damals neuartige Entscheidungsunterstützungssystem, bezog die Verwaltung der Bodenoperationen mit ein und sorgte für deutlich reduzierte Verspätungen an den Flughäfen O’Hare in Chicago und Stapleton in Denver.

Ab den 1990er Jahren begann die Bedeutung der DSS, durch zunehmend auftretende Data Warehouses und webbasierte Online Analytical Processing Tools (OLAP), zuzunehmen.

Decision Support System Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete für ein Decision Support System sind unter anderem die Werbebudgetplanung, die Cashflow-Planung und das Landschafts- und Katastrophenmanagement. Ein anschauliches Beispiel liefert die Nutzung eines DSS zum Management von Flusseinzugsgebieten. Dabei spielen der Hochwasserschutz, wie auch die Folgen menschlicher Eingriffe in ein Fluss-Ökosystem, eine Rolle.

Die Folgen solcher Eingriffe müssen verstanden und prognostiziert werden. Ein DSS erstellt diese Prognosen und liefert mögliche Folgen, aus denen sich wiederum Handlungsansätze ergeben. Auch diese können wiederum Folgen nach sich ziehen, welche vom DSS berechnet werden können.

Anforderungen an ein Decision Support System (früher und heute)

Ein DSS muss anpassungsfähig reagieren können. Das bedeutet, dass es erweiter- und skalierbar sein muss. Sämtliche Schritte der Entscheidungsfindung müssen unterstützt werden. Zudem muss das System möglichst umfassend sein, es darf keinerlei Lücken in der Datenerhebung aufweisen und muss leicht bedienbar sein.

BI-Systeme sind Business Intelligence Systeme, die Entscheidungsunterstützungssysteme, Berichterstellungen, Online Analytical Processing (OLAP), statistische Analysen, Prognosen und Data Mining mit einbeziehen. Die DSS sind heute ein Teilaspekt der BI-Systeme.

Die Anforderungen an ein Business Intelligence-System sind breiter gefächert als beim reinen DSS. Business-Intelligence-Anwendungen müssen unternehmenskritisch sein und sind ein wesentlicher Bestandteil spezieller Anforderungen im Prozessmanagement. Das BI-System muss sowohl unternehmensweit, als auch lokal für einzelne Abteilungen oder Projekte einsetzbar sein. Die verschiedenen Bereiche sollte das System, falls erforderlich, untereinander in Verbindung setzen können.

Die zeitnahe Berichterstattung über Ablauf und Ergebnis von Geschäftsprozessen erlangt eine immer stärker werdende Bedeutung für Unternehmen. BI-Systeme stellen vermehrt die Quelle entscheidender Wettbewerbsvorteile dar. Damit sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil für die Steuerung von Geschäftsprozessen.

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Autor: Markus
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